Wave-Gotic-Treffen Leipzig

Inzwischen bereits zum 23ten Mal fand in Leipzig traditionell über das Pfingstwochenende das Wave-Gotik-Treffen statt. Dieses Event - kurz WGT genannt – ist ein Musik – und Kulturfestival der sogenannten „schwarzen Szene“. Mehr als 20 000 Teilnehmer aus allen Ländern der Welt prägten in diesen 4 Tagen (begonnen wird bereits am Freitag vor Pfingsten mit dem viktorianischen Frühstück) mit ihrem sehr unterschiedlichen Outfit das Leipziger Stadtbild.

Die nachstehenden Fotos belegen, dass dabei nicht nur die Farbe schwarz das Bild bestimmte, sondern zum Teil auch sehr schrille Farben für Abwechslung sorgten.

 

 

 

Im Gegensatz zu vielen ähnlichen Massenveranstaltungen ging es auch in diesem Jahr bei diesem Treffen absolut friedlich und sehr harmonisch zu.

Etwa 300 Künstler verschiedenster Musikrichtungen aus allen Kontinenten heizten den Besuchern bei ohnehin schon heißen Temperaturen zusätzlich ein. Hotels und Pensionen waren ausgebucht, die Stadt Leipzig unterstützt dieses Festival schon seit vielen Jahren. WGT-Besucher sind gern gesehene Gäste. Ob es künftig bei den Fußballspielen von Red-Bull-Leipzig genau so friedlich zugehen wird, bleibt abzuwarten.

Überwacht wird das Treffen der schwarzen Szene schon lange nicht mehr. Das war in den ersten Jahren anders. 1988 fand wohl als Vorgänger des WGT in Potsdam eine Veranstaltung statt, die vom DDR-Regime verboten wurde. So kam dieses Treffen nach Leipzig, wo es von Jahr zu Jahr mehr Anhänger begeistert.

Heute ist die „schwarze Szene“ nicht als homogene, in sich geschlossene Gruppe zu verstehen, sondern als ein Umfeld, in dem sich Menschen mit ähnlichen Interessen und Vorlieben bewegen. Als kleinster gemeinsamer Nenner der Szene kann man wohl die Farbe Schwarz mit all ihren Symbolwerten ansehen. Zu den gemeinsamen Interessen der Szene zählen neben Musik, Kunst und Mode auch die Auseinandersetzung mit philosophischen oder vom Otto Normalverbraucher bisweilen als negativ eingestufte Themen- und Tabubereiche.

Auch die Musik des WGT ist nicht einheitlich. Zwischen Goth, Elektro, Metall und Punk ist inzwischen auch die klassische Musik sehr nachgefragt. Bach-, Brahms- und Vivaldi –Konzerte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – Leipzig hat diesbezügich ja auch eine Menge zu bieten, nicht nur an Historie. Aber über das Konzertangebot hinaus wird den Besuchern des WGT ein sehr

breitgefächertes kulturelles Rahmenangebot unterbreitet. Ausstellungen, Autorenlesungen, Filmvorführungen, Mittelaltermärkte – das Spektrum ist so breit wie bei keiner anderen Veranstaltung. Da sich im Gegensatz zu vielen anderen Treffen dieser Größenordnung die einzelnen Veranstaltungsorte über das ganze Stadtgebiet erstrecken, ist auch ein ständiger Kontakt zwischen Bürgern Leipzigs und Besuchern gegeben.

Die Verbindung zwischen gleichzeitig stattfindendem Stadtfest und WGT sorgt ohnehin für volle Straßen, Gassen und Passagen in dieser schönen Stadt.

Dass dieses Treffen auch für Hobbyfotografen eine hervorragende Gelegenheit zu indivduellen Shootings bietet, merkt man spätestens, wenn man an diesen Tagen durch die Stadt geht und fast überall die vielen Spiegelreflexkameras und teuren Objektiven registriert.

Auch der Fotostammtisch aus Fulda–Pilgerzell hat mit 9 Teilnehmern am Samstag und Sonntag das WGT fotografisch begleitet ( siehe Foto )und dabei enorm viel Spaß gehabt.

 

 

Mit Erstaunen wurde registriert, wie offen und entgegenkommend die Teilnehmer dieses Treffens zu einem spontanen Fotoshooting bereit waren. Kleinere Vorurteile, sofern sie denn überhaupt bestanden, waren spätestens nach einer Stunde wie weggewischt. Die Fotografen spürten die Bereitwilligkeit, in vielen Fällen auch die Begeisterung der unterschiedlichsten Models und es kam zu vielen interessanten Kontakten, die möglicherweise auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden sollen.

Ein ganz besonderer Ort, um sich mit einzelnen Teilnehmern oder auch Gruppen zu einem Fotoshooting zu treffen ist der weitläufige Park des Südfriedhofs in unmittelbarer Nachbarschaft des Völkerschlachtdenkmals. Dieses einzigartige Parkgelände mit seiner sehenswerten Kapellengruppe und dem immer noch aktiven Krematorium ist eine Location, wie sie Fotografen sich nur wünschen können, um zu den aufwändigen Kostümen der WGT-Teilnehmer auch das dazu passende Hintergrundmotiv zu haben.

 

 

Aber auch die vielen Parks inmitten oder etwas außerhalb Leipzigs bieten dazu reichlich Gelegenheit, ebenso die vielen sehenswerten Passagen in der Stadt selbst.

Das WGT 2014 fand nicht nur am bislang temperaturmäßig heißesten Wochenende in diesem Jahr statt. Die Kostüme und die Musik, vor allem aber auch die Freundlichkeit und Begeisterungsfähigkeit der „schwarzen Leute“ standen dem in Nichts nach.

 

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